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Fachtagung: Soziale Arbeit – (k)ein Ort der Menschenrechte?

Uhr

 

Vom 13. - 15.06.2018 findet die vierte Fachtagung "Soziale Arbeit – (k)ein Ort der Menschenrechte?" unter dem Themeschwerpunkt "Arbeit mit Erfahrungen des Überlebens in einer generationsübergreifenden Perspektive" statt. Die drei Fachtage werden in Kooperation der KSH (Campus Benediktbeuern) und der Akademie für Politische Bildung Tutzing organisiert und ausgetragen.

 

Die Tagung setzt den Fokus auf die über Generationen andauernde Wirkung von Erfahrungen existentieller Gewalt. Sie verändern nicht nur das Leben der direkt Betroffenen oder deren Angehörigen. Sie prägen auch nachhaltig Gesellschaften und Nationen. Individuelle Strategien des Überlebens in Folge von Kriegen, Genoziden oder Ausbeutung und Unterdrückung stehen mit kollektiven Strategien in einer besonderen Wechselwirkung. Die Shoa gilt hier als herausragendes historisches Ereignis. In ihrer Folge wurde systematisch darüber nachgedacht, in welcher Weise Menschenrechtsverletzungen soziale Strukturen und gesellschaftliche Werte, wie auch individuelle Haltungen und Verhaltensweisen grundlegend hinterfragen und erschüttern.

 

Mit der Tagungsreihe „Soziale Arbeit - (k)ein Ort der Menschenrechte?“ blicken die Veranstalter seit vier Jahren kritisch auf die Geschichte der Sozialen Arbeit, um diese als relevant für gegenwärtige Grundfragen zu reflektieren. Die nun vierte Folge der Reihe greift wichtige Ergebnisse der Diskussionen in den letzten Jahren auf und richtet den Blick auf die Erfahrungen des Überlebens in Folge von Menschenrechtsverletzungen, wie des Umgangs damit in einer zeithistorischen - Generationen übergreifenden - Perspektive. 

 

Gelungener Auftakt der Fachtagung

Zum Auftakt der Fachtagung am Campus Benediktbeuern präsentierte Lilach Naishtat Bornstein aus Tel Aviv (Israel) mit ihrem Kooperationspartner Hans-Peter Lübke den gemeinsamen Film 'Die Trauerweide - zwischen Heimat und Zuhause'. Die Hauptfigur Karla Raveh, die mit 15 Jahren deportiert wurde und als Überlebende des Holocaust nach Israel flüchtete, erzählt den beiden Filmemachern in diesem Film von ihrer Zerrissenheit und den Heimatgefühlen, die sie immer dann hatte, wenn sie ihr Geburtsort Lemgo in Nordrhein-Westfalen besuchte. Frau Raveh, die zwei Söhne großgezogen und mit ihrem Mann in Tivon (Israel) lebte, redete über vierzig Jahre nicht über die grausamen Erfahrungen, die sie in den Konzentrationslagern machen musste; sie wollte, so ihr O-Ton "Deutschland vergessen" - und doch hat sie immer wieder den Kontakt zu ihrer deutschen Heimat gesucht.

 

In dem Moment, in dem sich Karla Raveh dazu entschlossen hatte, über ihre Vergangenheit zu reden, wurde sie in Deutschland zu einer Person der Öffentlichkeit. Sie wurde zur Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt, in ihrem Geburtshaus wurde eine Ausstellung installiert, die an die Familie Raveh und ihre Erfahrungen erinnert. Karla Raveh nahm viele Termine in der Öffentlichkeit wahr, um durch Worte an eine Zeit zu erinnern, die sich nie wiederholen sollte.

 

Der bewegende Filmbeitrag inspirierte das Publikum: im Anschluss diskutierten Lilach Naishtat Bornstein und Hans-Peter Lübke mit den Gästen über Filmszenen, die besonders eindrucksvoll waren und gaben weitere Hintergründe zum Film und seiner Hauptakteurin. Der eindrucksvolle Auftakt mündete in Ausstellungseröffnung "Orte und Begegnungen", die Studierende im Rahmen des Projekts "Erziehung nach Auschwitz" initiierten.

 

1. Fachtag

Wann: Do, 14.06.2018, 9.00 Uhr

Wo: Akademie für Politische Bildung, Tutzing


Am Donnerstag werden an der Akademie für Politische Bildung in Tutzing mit dem Schwerpunkt „Arbeit mit Erfahrungen des Überlebens –Interdisziplinär“ aktuelle Ansätze aus der Zeitgeschichte und Gedenkpädagogik in der Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Shoa, aus dem Feld menschenrechtsbezogener Strategien der „Transnational Justice“, aus der Psychologie am Beispiel der Bibliotherapie (Biri Rottenberg, Haifa) und aus der Sozialen Arbeit vorgestellt. Bezugspunkte sind u. a. die Aufarbeitung der Gewalt gegen Heimkinder und die Arbeit mit Geflüchteten.

 

2. Fachtag

Wann: Fr, 15.06.2018, 9.00 Uhr

Wo: KSH, Campus Benediktbeuern


Am Freitag geht es an der KSH, Campus Benediktbeuern um „Das Recht auf die eigene Geschichte – subjektive und kollektive Strategien des Überlebens“. Hier erhalten die Betroffenen selbst das Wort.

 

> ausführliches Programm der Fachtagung

> Anmeldung zur Fachtagung (für Studierende ist die Tagung kostenlos)

 

Im Bild: Lilach Naishtat Bornstein, Hans-Peter Lübke, Prof. Dr. Annette Eberle beim Auftakt der Veranstaltung

 

Hochschule , Benediktbeuern