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Die Opfer und Verfolgten von NS-„Euthanasie“ und Gesundheitspolitik. Perspektiven des Forschens und Gedenkens in Bayern

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Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen an Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderung in der Zeit des Nationalsozialismus begann spät. Nach Jahrzehnten des Verdrängens und Leugnens setzte sie erst in den 1980er Jahren ein. Dabei stand zunächst die Erforschung der historischen Abläufe und Hintergründe im Zentrum, um sich dann erst allmählich der Würdigung der Opfer zuzuwenden. Ein Großteil dieser Gedenkprojekte sind das Ergebnis von lokalen Initiativen, oft Einzelpersonen, Angehörigen oder kleinen engagierten Gruppen gewesen (z. B. in München, Stuttgart, Leipzig, Karlsruhe, Mainkofen, um nur einige zu nennen). Diese neue Gedenkkultur „von unten“ stößt an, ergänzt, belebt die offizielle staatliche Gedenkkultur (Gedenkstätten, Dokumentationszentren u. Ä.); zudem fordert sie auch die akademisch-universitäre Erforschung der NS-Medizin und Gesundheitsfürsorge heraus. Auch einzelne Institutionen, die Orte der Täter waren, bemühen sich mittlerweile um eine Opferperspektive.

 

Im Rahmen der Tagung Die Opfer und Verfolgten von NS-„Euthanasie“ und Gesundheitspolitik. Perspektiven des Forschens und Gedenkens in Bayern sollen lokale Initiativen und universitäre Forschungsprojekte aus Bayern gleichermaßen ihre Projekte vorstellen mit dem Ziel, sich auszutauschen, voneinander zu lernen, sich zu vernetzen und gemeinsam ihren Platz in der sich wandelnden Kultur des Gedenkens finden. Diese Initiativen sollen auch durch diese Tagung in der Öffentlichkeit sichtbarer werden, auch für die Bayerische Staatsregierung, die im Koalitionsvertrag die Förderung des Gedenkens an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen festgeschrieben hat. Die hier vorgestellten Projekte sind gelebtes Gedenken von und für die Gesellschaft.

 

Die Tagung wird von der AG „Psychiatrie und Fürsorge im Nationalsozialismus“ in Kooperation mit dem Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der TU München und der Katholischen Stiftungshochschule München (Michael v. Cranach, Annette Eberle, Philipp Rauh) organisiert.

 

> Tagungsflyer mit Programm

 

Wann: 15.07.2022  von 10.00 - 18.45 Uhr

Wo: im Ellen-Ammann-Seminarhaus, Campus München, Preysingstr. 95,  81667 München

 

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