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Soziale Arbeit - (k)ein Ort für Menschenrechte: Arbeit mit Erfahrungen des Überlebens

Uhr

 

Am 12. Juni startet die dreitätige Fachtagung „Soziale Arbeit – (k)ein Ort für Menschenrechte“. Die Tagung mit ihrem vielschichten Programm findet nun bereits das fünfte Mal in Folge statt. Schwerpunktthema der drei Tage: Die Arbeit mit Erfahrungen des Überlebens. Zum Auftakt am Mittwochabend (12. Juni) am Campus Benediktbeuern stellt Dr. Lilach Naishtat-Bornstein, Leiterin vom Kibbutzim College of Education in Tel Aviv das Kunstprojekt „Kibbutz Buchenwald“ vor. Die Fachtagung wird in Kooperation mit der Akademie für Politische Bildung Tutzing, der Universität Haifa und dem Kibbutzim College Tel Aviv ausgetragen. Die Veranstalter laden zu Beginn zu einem Pressegespräch ein.

 

Erfahrungen existentieller Gewalt wirken lange nach und verändern nicht nur das Leben der direkt Betroffenen oder deren Angehörigen. Sie prägen auch nachhaltig Gesellschaften und Nationen. Individuelle Strategien des Überlebens in Folge von Kriegen, Genoziden oder Ausbeutung und Unterdrückung stehen mit kollektiven Strategien in einer besonderen Wechselwirkung. Die Shoa gilt hier als herausragendes historisches Ereignis. In ihrer Folge wurde systematisch darüber nachgedacht, in welcher Weise Menschenrechtsverletzungen soziale Strukturen und gesellschaftliche Werte, wie auch individuelle Haltungen und Verhaltensweisen grundlegend hinterfragen und erschüttern. Bis heute wird in den Humanwissenschaften die Auseinandersetzung darüber in voneinander getrennten Diskursen geführt. Erfahrungen des Überlebens im Kontext von Ausbeutung, Krieg oder Genozid wie auch über die sich daraus ergebende besondere individuelle und soziale Situation der Überlebenden werden in der Zeitgeschichte und bezogen auf Erinnerungs- und Gedenkkultur (Nationalsozialismus und Shoa), in der Psychologie (Bibliotherapie, Traumatherapie) und in der Sozialen Arbeit (Beratung, Ansätze der Selbstermächtigung) thematisiert.


Die Internationale Fachtagung diskutiert die Rolle von Narrativen des Überlebens als grundlegenden Aspekt, von dem aus ein interdisziplinären Forschungsansatz gebildet werden kann, der unterschiedliche Herangehensweisen in der Arbeit mit Erfahrungen des Überlebens in den Feldern der Sozialen Arbeit, von Bildung, der Bibliotherapie, des Rechts, der Zeitgeschichte, der Psychologie und Kunst verbindet. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

 

> Tagungsflyer (conference programme)

 

Wann: 12. - 14.06.2019

Wo: Campus Benediktbeuern; Akademie für Politische Bildung Tutzing
Anmeldung: Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 17.05.2019 unter eveeno.com

Tagungsbüro:

Viktoria Aratsch
Telefon +49 8158 256-53
E-Mail: v.aratsch@apb-tutzing.de

 

English translation:
Catastrophic life experiences such as natural and man-made disasters in history and present have long lasting effects on people who survived. Some of these events like war, genocide and exploitation – with the Holocaust as a central historical experience – are linked to the cultural memory of an entire nation, society or community also for the future generations. The German discourse on working with survivors of the Holocaust is characterized by the field of commemoration. However, over the years the function of narrated or witnessed experience has changed along the broadening of the concept of "contemporary witnesses". The discovery of the survivors' perspective offered a deeper understanding of the crimes and human rights violations committed. The consonance of individual voices paves the way for the understanding of collective experiences. Until recently therapy concepts for survivors and their families were mainly focusing on trauma therapy and counselling. Working with the narrative hence is a newer approach, e.g. in the method of bibliotherapy. By narrating the traumatic experiences, the survivor can create coherence and move from surviving into living, from struggling into creating. From the part of society these individual narratives could stand out as testimonies of surviving - forming an essential prerequisite for understanding crimes and human rights violations as origin of different individual experiences and for nurturing empathy and solidarity with the ones who survived. The conference will discuss the role of the narrative for surviving as a unique aspect for building a new interdisciplinary research field between social work, education, bibliotherapy, law, history, literature and art.  


The conference languages are German and English.

Bildquelle: joachimplehn/Adobe Stock

 

Hochschule , Benediktbeuern