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45. Benediktbeurer Management-Gespräche: Nachfolgeplanung

 

Am 8. April trafen sich traditionell Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Wohlfahrt im Barocksaal des Klosters Benediktbeuern, um sich dialogisch und konstruktiv zum Thema „Nachfolgeplanung: Die Führung weitergeben“ auszutauschen. Als Impulsgeber des Abends waren Prof. Dr. med. Dr. h.c. Karl-Walter Jauch, ehemaliger Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und Dr. Stefan Oschmann, ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO von Merck KGaA in Darmstadt eingeladen. Für die Dinner Speech konnte Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, gewonnen werden.

 

Wenn Führungskräfte aus einem Unternehmen ausscheiden, dann hinterlassen sie nicht nur eine vakante Position, sondern nehmen auch fundiertes Know-how und wichtige Erfahrungswerte mit. Ein Unternehmen sollte deswegen rechtzeitig und strukturiert die Nachfolgeplanung angehen, um einer Lücke vorzubeugen und Produktionsabläufe oder bestehende Prozesse nicht zu gefährden. Die beiden Initiatoren der Benediktbeurer Management-Gespräche sehen hier vor allem die Management-Ebene in der Pflicht: „Der Wechsel an der Spitze einer Organisation bzw. eines Unternehmens hat meistens einen längeren Vorlauf. Wie gut die Staffelübergabe gelingt, wird ganz erheblich durch die jeweilige Führungskultur beeinflusst“, sagt Egon Endres, Professor an der Katholischen Stiftungshochschule München. Michael Thiess, Inhaber von MICHAEL THIESS Management, ergänzt: „Eine wesentliche Aufgabe von Managern muss es sein, frühzeitig und vorausblickend geeignete Führungskräfte für die eigene Nachfolger aufzubauen.“ Nachfolgeplanung wird deswegen auch mit „Talent Management“ gleichgesetzt: hierbei starten Personalverantwortliche schon frühzeitig mit der Förderung und Weiterentwicklung geeigneter Mitarbeiter, hierarchisch und auch fachlich. Dr. Stefan Oschmann geht in seinem Impuls auf die „Entwicklungsschritte ein, die es zu definieren gilt, um die Eignung der Kandidaten zu erhöhen.“ Der Impulsgeber, der ehemals der Geschäftsleitung der Merck KGaA vorstand, sieht die Nachfolgeplanung dabei auf fast allen Ebenen eines Unternehmens angesiedelt und in den Human-Resources-Prozessen strukturiert angelegt. „Eine adäquate Nachfolge auf Führungsebene muss von langer Hand geplant werden.“ Hierbei sollten so genannte „Notfall-Kandidaten“ identifiziert werden, die kurzfristig bereit sind, die vakante Stelle nachzubesetzen und zugleich langfristig in der Nachfolge aufgebaut werden. Dr. Stefan Oschmann sieht hier vordergründig „interne Kandidaten als Garant für geringen Wissensverlust“. Allerdings geht er in diesem Zusammenhang auch auf die jeweilige Situation des Unternehmens ein: „Wenn man sich in einem Kontinuitätsszenario bewegt, spricht vieles für eine interne Besetzung. Bei einer strategischen Neuausrichtung kann das anders aussehen.“ Seine Nachfolge und er hatten „eine lange Übergangszeit, die von beiden Seiten sehr gut genutzt wurde.“

 

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Karl-Walter Jauch weist darauf hin, dass die Direktion in Kliniken erst seit 2013 ein Hauptamt ist. In seinen Jahren an der Universitätsklinik Regensburg arbeitete er lange Zeit als Direktor im Nebenamt und war in der Hauptsache Chirurg. Um dann später, am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität, seine Nachfolge sicherzustellen, gründeten die Vorstandsmitglieder eine Findungskommission, an der sich auch Mitglieder des Aufsichtsrats und des Ministeriums beteiligten. Die Kommission formulierte die Anforderungen und das Stellenprofil, das bereits 1,5 Jahre vor seinem Weggang in prominenten Tageszeitungen und im Ärzteblatt ausgeschrieben wurde. „Darüber hinaus wurde ich von der Kommission auch auf persönliche Kontakte angesprochen.“ Gespräche und Verhandlungen mit dem „Erstplatzierten“ wurden gemeinsam geführt, allerdings verzögerte sich die Vertragsunterzeichnung aufgrund der Pandemie und ihrer Erfordernisse. „In meinem konkreten Fall wurde die Übergabe bzw. Einarbeitung des Nachfolgers sichergestellt, in dem mir ein Folge-Vertrag für ein Jahr und über ein definiertes Stundenkontingent angeboten wurde.“ Prof. Karl-Walter Jauch betont die „Wichtigkeit“ dieser Übergangszeit, da er seine Projekte und sein Projektwissen dadurch stufenweise übergeben konnte. „Die Zusammenarbeit mit dem Nachfolger erfolgte entlang eines gestaffelten Plans, das hat sehr gut funktioniert.“ Mittlerweile ist der ehemalige Ärztliche Direktor und Vorstandvorsitzende des LMU-Klinikums erneut einen Vertrag eingegangen, der sich auf Bauprojekte innerhalb des Klinikums konzentriert. In seinem Impuls hebt er deutlich hervor, wie sehr eine erfolgreiche Übergabe der Leitungsfunktion auch von der eigenen Persönlichkeit abhängt: „Der Nachfolger ist darauf angewiesen, dass sein Vorgänger sich zurücknimmt und ihm den Vorrang lässt. Eitelkeiten oder andere Befindlichkeiten sind hier in keiner Form angemessen. Nur, wenn das vorhandene Wissen offen und gänzlich geteilt wird, kann die Nachfolge gelingen.“ Darauf geht auch Dr. Stefan Oschmann ein, in dem von der „jeweiligen Persönlichkeit“ der Kandidaten spricht und darauf hinweist, dass Übergangszeiten „auch zu Grabenkämpfen führen“ können. Konsens besteht bei beiden Impulsgebern zudem darin, wie wichtig es ist, den Nachfolger innerhalb des gesamten Mitarbeiterteams vorbehaltlos zu unterstützen und Neuausrichtungen insbesondere in Personalfragen mitzutragen.

 

Die Dinner Speech wurde von Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, zum Thema „Verantwortung wahrnehmen in Krisenzeiten – Herausforderung auch in der Kirche“ gehalten.

 

Die 45. Benediktbeurer Management-Gespräche wurden freundlicherweise von Dr. Karl Reinitzhuber, Geschäftsführer und CEO der Carestone Gruppe Hannover, finanziell unterstützt. Die 46. BMGs finden am 14. Oktober 2022 zum Thema „Innovationsschub durch Start Ups“ statt. Bei Rückfragen können Sie sich gerne an folgenden Kontakt wenden: Katholische Stiftungshochschule München, Sibylle Thiede, sibylle.thiede@ksh-m.de, 089 48092-8466.

 

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Bildquelle: Lucas Hager

 

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