Contact Close

Katholische Stiftungshochschule München

Campus München

Preysingstr. 83

81667 München

Telefon: +49 89 48092–900

Telefax: +49 89 48092–1900

info.muc@ksh-m.de

Geländeplan

Campus Benediktbeuern

Don-Bosco-Str. 1 

83671 Benediktbeuern

Telefon: +49 8857 88-500

Telefax: +49 8857 88-599

info.bb@ksh-m.de

Geländeplan

news_eroeffng_hebammenkunde_okt19.jpg

 

Gelungene Eröffnung des Studienjahres und des Studiengangs Hebammenkunde (B.Sc.)

 

Am 9. Oktober lud die KSH München zu einer feierlichen Eröffnung des Studienjahres und zu der Eröffnung des Studiengangs Hebammenkunde in die Campuskirche am Hochschulstandort München ein. Zu der akademischen Feier waren Gäste aus Kirche, Politik und Gesellschaft eingeladen, zudem füllten sich die Stuhlreihen nach und nach mit den Studentinnen, die nun zu den ersten Hebammen in Bayern zählen, die in den nächsten Jahren akademisch ausgebildet werden.


Endlich ist soweit! So der O-Ton der Gäste, die zu diesem sehr stimmungsvollen und kurzweiligen Festakt eingeladen waren. Dem Start des Studienangebots Hebammenkunde ging eine monatelange Entwicklungsphase voran, die von den beteiligten Personen viel Einsatz und Engagement forderte – umso mehr zeichnete sich bereits bei den Grußworten und auch in der anschließenden Dialogrunde die positive Grundstimmung und die große Freude darüber ab, mit dem Bachelorstudium nun erfolgreich an den Start gehen zu können. Die KSH München ist damit, neben der OTH Regensburg, eine der ersten Hochschulen in Bayern, die die Hebammenkunde als grundständiges Studium anbietet. Renommierter Bildungspartner ist das Klinikum der LMU München und dessen Staatliche Berufsfachschule für Hebammenkunde. Dort werden die Studierenden künftige ihre 3000 Praxisstunden leisten.


Die Feier begann mit einem Gottesdienst, der von Prälat Bernhard Piendl, stellvertretender Stiftungsvorstand und Landescaritasdirektor, zelebriert wurde. Im Anschluss begrüßte Hochschulpräsident Prof. Dr. Hermann Sollfrank die Gäste, hieß neue Mitglieder in der Lehre willkommen, würdigte das hohe Engagement bei der Implementierung des neuen Studiums und dankte nicht zuletzt dem Kuratorium der Hochschule, das seit vielen Jahren den Ausbau der Fakultät Pflege zur Fakultät Gesundheit und Pflege aktiv unterstützt.


Prälat Bernhard Piendl sprach in seinem Grußwort von „einem besonderen Tag auch für die kirchliche Stiftung der Hochschule“. Er lobte den konstruktiven Prozess und die gute Zusammenarbeit mit der Hochschule in den Monaten der Entwicklung und nun in der Phase der Implementierung. Auf einen ersten Schritt, so seine Worte, müssten immer neue und auch mutige Schritte folgen. Die Hochschule stelle sich hiermit den Herausforderungen, die sich im Gesundheitsbereich ergeben. „Es war wichtig und gut, so schnell auf einen sich abzeichnenden Bedarf in der Hebammenausbildung zu reagieren.“ Prälat Piendl dankte in diesem Zusammenhang auch den Vertreterinnen und Vertretern aus den Ministerien, die in den Prozess eingebunden waren.


Prof. Dr. Karl-Walter Jauch, Ärztlicher Direktor des Klinikums der Universität München, richtete sich in seinem Grußwort zunächst an die Studentinnen und gratulierte zur Berufswahl. Als Studentin oder Student sei man gefordert, sich auf Innovationen einzulassen, Neues dazu zu lernen, mutig zu sein, sich für Entwicklungen immer wieder zu öffnen – zugleich sei es aber nicht minder bedeutsam, sich auf menschliche Werte zu besinnen, Traditionen zu bewahren und auch Demut zu zeigen. Heute, so betonte er, seien werdende Mütter sehr viel informierter, durch Internet und Co. wüssten sie oftmals sehr viel – und dennoch seien sie dankbar, um jede weitere Beratung und Betreuung, die sie erhalten können. „Dieses Studium erfordert höchste Sozialkompetenz verbunden mit fundierter, wissenschaftlicher Expertise. Die Einführung des Studiengangs ist ein Meilenstein in der Entwicklung des bayerischen Gesundheitswesens.“


Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes, bezeichnete die Studiengangsimplementierung als einen „längst überfälligen Schritt“. Sie erhofft sich davon auch den Einstieg von Hebammen in eine wissenschaftliche Karriere. Deutschland habe gerade im Bereich der wissenschaftlichen Publikationen im Europavergleich deutlichen Nachholbedarf. Hier seien skandinavische Länder, aber auch die unmittelbaren Nachbarn Österreich und Schweiz deutlich stärker. Sie hob hervor, wie sehr der Hebammenverband die Akademisierung des Hebammenberufs begrüßt und lobte die KSH München dafür, dass sie der Praxisausbildung einen weiterhin sehr hohen Stellenwert einräumt. Mit der Qualifizierung von Lehrpersonal, das Berufserfahrung als Hebamme mitbringt und aber auch eine wissenschaftliche Laufbahn vorweisen kann, entspräche die Hochschule den Vorgaben in der Bundesgesetzgebung und stelle sich „vorbildlich“ in der Hebammenausbildung auf.


In der anschließenden Dialogrunde, an der sich Ulrike Geppert-Orthofer, Prof. Dr. Constanze Giese (Studiengangsleitung Hebammenkunde), Marianne Kerkmann (Leitende Lehrhebamme der Staatlichen Berufsfachschule für Hebammen am Klinikum der LMU München) und Prof. Dr. med. Sven Mahner (Direktor der Frauenklinik der LMU München) unter der Moderation von KSH-Vizepräsidentin Prof. Dr. Birgit Schaufler beteiligten, zeigte sich dem Publikum nochmals auf, wie intensiv sich der Prozess der Studiengangsentwicklung gestaltete – und wie sehr die kooperative Zusammenarbeit zum Erfolg beigetragen hat. Marianne Kerkmann bezeichnete die Einführung als „markanten, aber wichtigen Schritt“. Sie und ihr Team hätten in den letzten Monaten einige sehr harte, aber auch wichtige Entscheidungen getroffen, wie z. B. fortan keine Schülerinnen mehr aufzunehmen, sondern sich auf die Praxisausbildung der KSH-Studentinnen zu konzentrieren. In diesem Kontext fiel dann auch die Frage nach einem möglichen Gefälle zwischen den Akademikerinnen und den Praktikerinnen. Doch hier konnte Ulrike Geppert-Orthofer mit bereits positiven Erfahrungen einlenken: „Es gibt Fragen, die nur aus der Praxis und niemals aus der Theorie oder Wissenschaft heraus beantwortet werden können – bisher erlebe ich ein sehr positives Miteinander von Hebammen, die bereits in der Ausbildung sind und den Frauen und Männern, die mit einem Studium begonnen haben.“


Der Start ist also gelungen, nun gelte es, den Studiengang an die Gesetzesvorschriften anzupassen. Doch auch hier sind die Beteiligten zuversichtlich. Wichtig sei, so Prof. Dr. med. Mahner, dass sich die Kooperation auch weiterhin so offen und dialogisch gestalte wie bisher. Marianne Kerkmann spricht den Studierenden Mut zu, in dem sie abschließend von „einem der schönsten Berufe“ redete. Die Feier wurde musikalisch von Ensemble Orange und von Musikprofessor Dr. Kai Koch begleitet, in der Aula gab es dann zum Ausklang noch einen kleinen Imbiss und Getränke.


 

Hochschule , München