Contact Close

Katholische Stiftungshochschule München

Campus München

Preysingstr. 95

81667 München

Telefon: +49 89 48092–900

Telefax: +49 89 48092–1900

info.muc@ksh-m.de

Geländeplan

Campus Benediktbeuern

Don-Bosco-Str. 1 

83671 Benediktbeuern

Telefon: +49 8857 88-500

Telefax: +49 8857 88-599

info.bb@ksh-m.de

Geländeplan

news_pflegewissenschaft_covid19_april20.jpg

 

Interdiziplinäre Aspekte der Corona-Pandemie und deren Implikationen für Pflege und Gesellschaft

 

Mit der Pflegewissenschaft-Sonderausgabe "Interdiziplinäre Aspekte der Corona-Pandemie und deren Implikationen für Pflege und Gesellschaft" ist Mitte April eine erste Publikationssammlung zu COVID-19 im Bereich der Pflegewissenschaften erschienen.

 

Die Folgen der derzeitigen Corona-Krise für die Gesundheitsversorgung, die Daseinssorge, die Bildung, das soziale Miteinander, die Wirtschaft und das eigene Leben lassen sich bisher nicht absehen. Eine unklare Datenlage und der große Interpretationsspielraum führen nicht nur zu persönlichen Unsicherheiten, sondern auch zu einem Ringen um die Deutungshoheit. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen sich der Begrenztheit der Daten bewusst sein und die daraus abgeleitetenden Handlungsempfehlungen kritisch reflektieren. Denn in der Prognose zu Verbreitung, Verlaufsformen und Mortalität von COVID-19 bewegen wir uns derzeit (Stand April 2020) im Stadium von Modellrechnungen, die mit statistischen Unsicherheiten behaftet sind und die je nach konservativer oder progressiver Auslegung unterschiedliche (auch ethische) Konsequenzen haben.

 

Bewegungsfreiheit junger Menschen vs. Gesundheitsschutz der Älteren; die Triage im Fall begrenzter Beatmungsmöglichkeiten oder das Dilemma der Lebensqualität vs. Gesundheitsschutz in Altenpflegeinrichtung: Egal, wie die Entscheidung fällt, irgend jemand wird darunter leiden. Um sich für die ein oder andere Maßnahme zu entscheiden, braucht es einen breiten gesellschaftlichen Diskurs und eine professionsübergreifende Zusammenarbeit. Bisher ist die Pflegewissenschaft öffentlich noch kaum wahrnehmbar - die Deutungsmacht obliegt aktuell noch anderen Professionen. Doch ist schon jetzt absehbar, dass zunehmend auch ethische, soziale, psychologische und eben auch pflegerische Aspekte in den Blick genommen werden müssen. Mit wachsender Kenntnis über Verlaufsformen, Mortalitätsraten und mögliche Therapien vermehren sich die Fragen zur Versorgungs- und Verteilungsgerechtigkeit, der Lebensqualität in allen Bereichen des Gesundheitswesens, inkl. der häuslichen Umgebung und den Pflegeeinrichtungen. „Wie überleben wir?“ wird durch die Leitfrage „Wie gestalten wir unsere Gesellschaft?“ verdrängt.

 

(Text: Auszug aus dem Editorial von Prof. Dr. Bernd Reuschenbach)

 

An einer ersten Videokonferenz zur Themensammlung nahmen 74 Personen aus Wissenschaft und Praxis teil; ausgewählt wurden für die Sonderauflage der "Pflegewissenschaft" insgesamt 44 Beiträge (Positionspapiere, theoretische Erörterungen und ersten empirische Befunde). Darunter ein Beitrag von Hanna Klingshirn, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der KSH München, zur "Versorgung von außerstationär beatmeten Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie"; die KSH-Professorin Dr. Constanze Giese beschäftigt sich in ihrem Fachartikel mit den Menschenrechten in der Pflege angesichts COVID-19 und mit dem Recht der Pflegenden, sich im Arbeitsalltag nicht schuldig zu machen oder zu fühlen. Christiane Wissing (wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule), Prof. Dr. Daniel Flemming und Prof. Dr. Andrea Kerres beleuchten die Schulschließungen aus der Sichtweise von Pflegelehrenden. 

 

> Sonderausgabe (PDF-Datei)

 

Hochschule , München