Die KSH München erhält das Promotionsrecht

Erstes Promotionszentrum an der Katholischen Stiftungshochschule München im Verbund mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg

Ab 2026 können Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler direkt an der KSH München promovieren. Der Hochschule wurde durch das bayerische Wissenschaftsministerium ein Promotionszentrum genehmigt, das im Verbund mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) eingerichtet wird. Das eigenständige Promotionsrecht, das in Bayern fachlich und zeitlich begrenzt an Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAWs) vergeben wird, ist das höchst erfreuliche Resultat einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der anwendungsorientierten Forschung – hin zu einem starken Forschungsprofil mit einem beachtlichen Forschungsvolumen.

München, Juli 2025 - Der Antrag ist bewilligt: Die Katholische Stiftungshochschule München und ihre Kooperationspartnerin, die Evangelische Hochschule Nürnberg, erhalten nach einem erfolgreich durchlaufenen Begutachtungsverfahren das gemeinsame Promotionszentrum „Menschenorientierte Forschung für innovative Versorgung und Teilhabe“ (kurz: PromZen MeVuT). Die beiden staatlich anerkannten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in kirchlicher Trägerschaft wollen durch diese Kooperation ihre Zusammenarbeit in ihren forschungsstarken Bereichen vertiefen, Forschungsaktivitäten bündeln und weiterentwickeln – und ihren Promovierenden exzellente wissenschaftliche Rahmenbedingungen für eine erkenntnis- und anwendungsorientierte Forschungsarbeit bieten.

Aus ihrer Verfasstheit – als spezialisierte Hochschulen im SAGE-Profil (SAGE = Soziale Arbeit, Gesundheit, Bildung und Erziehung) – leiten sich die Forschungsstrategie und das konturierte Forschungsprofil des neuen Zentrums ab: Es wird in den so genannten „neuen Disziplinen“ Soziale Arbeit, Pflege, Kindheitspädagogik und Hebammenkunde verankert sein und sich auf Menschen in sensiblen Lebensphasen und Lebenssituationen fokussieren. Im Mittelpunkt stehen die Erforschung, Entwicklung und Evaluation adäquater Lösungen für konkrete und zugleich komplexe Problemstellungen, die den Alltag der Menschen tangieren. Die Forschung, deren Qualitätsmerkmal es sein wird, auch immer anthropologische bzw. am Menschen ausgerichtete sowie ethische Perspektiven einzubeziehen, wird in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus der Praxis, Wissenschaft und mit den betroffenen Menschen stattfinden. Basis der erkenntnis- und anwendungsorientierten Forschung in den Themenclustern „Versorgung“ und „Teilhabe“ ist ein integratives Modell, das vorsieht, interdisziplinäres Wissen, unterschiedliche Wertevorstellungen und Perspektiven zusammenzuführen.

„Wir freuen uns sehr über die Anerkennung und den Erfolg. Die Aussicht auf ein eigenes Promotionszentrum und auf das fachlich begrenzte Promotionsrecht ist großartig. Unsere Hochschule hat sich bereits in den vergangenen Jahren stark in der Nachwuchsförderung profiliert – unser Stab an wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist kontinuierlich gewachsen, aktuell laufen rund 30 kooperative Promotionsverfahren“, sagt Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Birgit Schaufler. Bislang können angehende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der KSH München nur dann promovieren, wenn eine Kooperation mit einer Universität besteht. Durch das seit 2023 geltende Bayerische Hochschulinnovationsgesetz ist das Promotionsrecht nun auch für HAWs in besonders forschungsstarken Bereichen vorgesehen. „Wir erhalten nun endlich die Möglichkeit einer durchgängigen akademischen Qualifizierung – vom Bachelor über den Master bis hin zur Promotion - und sind so in der Lage, wissenschaftlichen Nachwuchs deutlich stärker an uns zu binden als bisher.“ Zudem verspricht sich die Hochschulpräsidentin eine Stärkung der bereits vorhandenen Forschungsexzellenz und eine Rückbindung in die Lehre und den Wissenstransfer: „Der fachliche Austauschraum an unserer Hochschule wird dadurch noch größer“, sagt sie. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir durch die Errichtung dieses Promotionszentrums einen substanziellen Beitrag zur Bewältigung komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen im Sozial- und Gesundheitswesen leisten werden.“

Auch die Evangelische Hochschule Nürnberg (EVHN) sieht einen entscheidenden Meilenstein durch das Promotionszentrum erreicht. Dazu Prof. Dr. Thomas Popp, Präsident der EVHN: „Gerade für eine Hochschule mit einem SAGE-Profil wie die unsere, die tief in der Region verwurzelt ist, bedeutet ein Promotionszentrum im Verbund mit der größeren KSH eine großartige Chance. Es stärkt unsere wissenschaftliche Autonomie und ermöglicht uns, Promotionen mit klarem Praxisbezug und menschenorientiertem ethischen Profil zu betreuen. Für unsere Studierenden eröffnet sich damit ein wichtiger Weg der akademischen Weiterqualifizierung. Gleichzeitig können wir innovative Forschungsvorhaben verstärkter fördern und anwendungsbezogene Lösungen zu Herausforderungen in Sozialer Arbeit, Bildung und im Gesundheitswesen bieten. Das Promotionszentrum MeVuT bietet nachhaltige Chancen – akademisch, institutionell und gesellschaftlich.“

Das Promotionszentrum „Menschenorientierte Forschung für innovative Versorgung und Teilhabe“ wird 2026 eröffnet. Voraussichtlich bringen sich rund 20 Prozent des professoralen Kollegiums beider Hochschulen dort ein. Träger des Zentrums ist die KSH München. Den Promovierenden wird der Doktortitel „Dr. phil.“ verliehen.

Das Gruppenfoto entstand während der Bewilligungsphase im Rahmen der Begehung durch die Begutachtungskommission. Darauf zu sehen sind (von links): Dr. Christoph Ellßel (KSH München), Prof. Dr. Birgit Dorner (KSH München), Prof. Dr. Thomas Popp, Präsident der EVHN, Prof. Dr. Birgit Schaufler, Präsidentin der KSH München, Prof. Dr. Dennis John (EVHN), Prof. Dr. Susanne Schuster (EVHN) und Prof. Dr. Bernd Reuschenbach (KSH München).

 

In der Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst betont Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume in Hinblick auf das Promotionsrecht der beiden kirchlichen Hochschulen: „(...) Besonders freut mich, dass wir das Promotionsrecht in der dritten Ausschreibungsrunde auch an unsere kirchlichen Hochschulen verleihen können. Sie leisten mit ihrer Arbeit einen unverzichtbaren gesellschaftlichen Beitrag und setzen ethische Leitplanken bei der Transformation. Fortschritt muss wertebasiert sein, Hightech braucht Haltung. Genau hier knüpfen sie mit dem Promotionszentrum ‚Menschenorientierte Forschung für innovative Versorgung und Teilhabe‘ an. Insgesamt gibt es an den bayerischen HaW und TH nun 22 Promotionszentren.“


Pressekontakt: Sibylle Thiede, sibylle.thiede@ksh-m.de, +49 89 48092-8466