KSH-Absolventin erhält für ihre Bachelorarbeit den Hochschulpreis des Münchner Wirtschaftsreferats

Mitten in der Abendroutine zwischen Postfach checken und Kinder ins Bett bringen, erreichte Melanie Marwitz die Nachricht, dass das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München ihre Bachelorarbeit auszeichnen wolle, erinnert sie sich die Preisträgerin zurück. „Ich habe die Mail erst überflogen und, als meine Kinder eingeschlafen waren, die Nachricht nochmals in Ruhe gelesen. Erst da habe ich ganz realisiert, dass ich den Hochschulpreis gewonnen habe. Die Freude war riesengroß“, sagt die examinierte Hebamme und KSH-Alumna. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft ehrt jedes Jahr die besten Abschlussarbeiten von Absolvent:innen der Münchner Hochschulen und Akademien. Ein entscheidendes Kriterium ist, dass die Forschungsprojekte einen lokalen Bezug zur Stadt und zum Landkreis haben. 

Im November wurden die Preisträger:innen für das Jahr 2025 gekürt. Darunter auch die KSH-Absolventin Melanie Marwitz, die im Sommersemester 2025 ihr Bachelorstudium „Hebammenkunde für examinierte Hebammen“ erfolgreich beendete. Die ausgezeichnete Abschlussarbeit trägt den Titel „Zugang zu und Inanspruchnahme von ambulanten Hebammenleistungen: Status quo und Identifizierung von Maßnahmen zur Verbesserung von Zugang und Inanspruchnahme in Stadt und Landkreis München“. Rückblickend muss Melanie Marwitz über den langen, sehr wissenschaftlichen Titel ihrer Arbeit schmunzeln: „Hätte ich gewusst, dass die Arbeit einen Preis gewinnt, hätte ich mir besser einen prägnanteren Titel überlegt.“ Die Bachelorandin richtete in ihrer Arbeit den Blick auf die aktuelle Versorgung von Schwangeren und jungen Familien in ihrer Hochschulstadt und dem dazugehörigen Landkreis. Es reicht ihrer Meinung nach nicht aus, nur das bloße Vorhandensein von Angeboten und deren Barrierefreiheit zu berücksichtigen. In ihrer Thesis benennt sie auch fehlende Versorgungsangebote und bietet mögliche Lösungsansätze an.

Betreut wurde die Abschlussarbeit von Prof. Dr. Nicole Schmidt, Professorin für Gesundheitswissenschaften; die Zweitbetreuung übernahm Prof. Dr. Karolina Luegmair, Professorin für Hebammenwissenschaft. „Mit der Abschlussarbeit wird ein hochrelevantes Thema in einer sensiblen Lebensphase in den Blick genommen. Denn die gute und wohnortnahe Gesundheitsversorgung soll gesichert, Risiken gesenkt und Familien gestärkt werden. Dieses Ziel ist besonders wichtig, da aktuelle Erhebungen zeigen, dass trotz bereits umgesetzter Maßnahmen weiterhin Lücken in der Hebammenversorgung in Deutschland und auch in der Metropolregion München bestehen“, sagt Prof. Dr. Nicole Schmidt. Genau hier setzt die Arbeit von Melanie Marwitz an. Die Absolventin arbeitet bereits seit 20 Jahren als examinierte Hebamme und kennt Theorie und Praxis aus erster Hand. Durch ihr Engagement bei der Hebammenzentrale HebaVaria e.V., deren Aufbau sie 2019 unterstützte und die sie seitdem als Vorsitzende leitet, ist sie bestens vernetzt und kennt Münchens Angebote und Versorgungslücken wie kaum eine andere. In der Bachelorarbeit analysiert Melanie Marwitz die aktuelle Versorgungssituation systematisch und leitet mit Hilfe einer Zukunftswerkstatt, in der alle relevanten Stakeholder:innen eingebunden wurden, praxisnahe, lokal anschlussfähige Lösungen ab. Zudem wurden die wissenschaftlich stringenten Ansätze anhand eines menschenrechtsbasierten Bewertungsrahmens der Vereinten Nationen analysiert. 
 

Wissenschaftliche Erkenntnisse, die Münchens Infrastruktur stärken

„Im Rahmen meiner Bachelorarbeit ergaben sich methodische und organisatorische Herausforderungen vor allem bei der Umsetzung der Zukunftswerkstatt. Es bleibt offen, in welchem Maße die entwickelten Lösungsansätze bei Familien, Ärzt:innen sowie kommunalen Akteur:innen auf Akzeptanz stoßen“, sagt die KSH-Absolventin. Einen wichtigen Impuls und die Hoffnung auf eine Verbesserung gibt ihre Abschlussarbeit aber allemal. Der Hochschulpreis des Referats für Arbeit und Wirtschaft soll die Aufmerksamkeit auf die akademische Qualität und das breite Angebot der Münchner Hochschullandschaft lenken. Seit 2020 wird der Preis jährlich verliehen. Ziel ist es, hervorragende Erkenntnisse aus der akademischen Forschung in Stadtverwaltung, Gesellschaft und Wirtschaft zu tragen und München als Wissensstandort zu stärken. Die Begutachtung und Beurteilung der eingereichten Arbeiten übernahm eine Jury bestehend aus Mitgliedern der teilnehmenden Hochschulen und Akademien sowie des Referats für Arbeit und Wirtschaft. Die diesjährigen Gewinner:innen sind: Stefanie Huber von der FOM – Hochschule für Ökonomie und Management, Barbara Dias Carneiro von der Hochschule für Politik und Melanie Marwitz von der KSH München. Bei der Preisverleihung übernahm Prof. Dr. Nicole Schmidt die Laudatio für die KSH-Alumna. 

Für ihren weiteren Weg lässt sich Melanie Marwitz noch offen, ob sie ein Masterstudium aufnehmen wird. Der KSH München bleibt sie dennoch treu: Seit Kurzem ist sie als Gastdozentin im Studiengang Hebammenkunde für das Fach Entrepreneurship tätig. „Die KSH München ist in den vergangenen vier Jahren für mich wie eine zweite Familie geworden. Sollte ich weiterstudieren, werde ich das auf jeden Fall an der KSH München tun“, sagt Melanie Marwitz. 
 

Auf dem Gruppenfoto sind Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München, Melanie Marwitz, Gewinnerin des Hochschulpreises 2025, und Prof. Dr. Nicole Schmidt, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der KSH München, bei der Urkundenverleihung abgebildet (von links). Foto: Landeshauptstadt München / Referat für Arbeit und Wirtschaft