Männlichkeit und Autokratie: kaiserliche Schönheit in der christlichen Spätantike

Datum

15.04.2026

Uhrzeit

ab 19.00 Uhr

Campus

Benediktbeuern

Raum

Audimax

Adresse

Kloster Benediktbeuern, Don-Bosco-Str. 1, 83671 Benediktbeuern

Kosten

Teilnahme kostenfrei

Anmeldung

nicht erforderlich

Im vierten Jahrhundert nach Christus wurde das Römische Reich seit Kaiser Konstantin zunehmend zu einem christlichen Reich. Sein späterer Nachfolger Theodosius I. (auch bekannt als „der Große“), der von 379 bis 395 regierte, prägte ein Verständnis des römischen Kaisers als christlichem Herrscher, das bis ins Mittelalter und in das spätere Byzanz Bestand hatte. Für dieses neue Herrscherbild war die Schönheit des Kaisers zentral. Theodosius war, wie auch Konstantin, höchst heilig und wurde als ein Gott angesehen. Als solcher repräsentierte er nicht nur römische Macht, sondern verkörperte sie regelrecht: Er strahlte gleichzeitig Härte und Weichheit, Reife und Jugendlichkeit aus. Weil der Kaiser ein Gott („deus presens“) war, war seine Männlichkeit das Gesicht und der Körper Gottes; seine Schönheit und sein Aussehen waren als seine Insignien so wichtig wie Gesetze, Steuern, Siege und Armeen. Das heißt, er war der Inbegriff elitärer Männlichkeit.

Der Vortrag “Männlichkeit und Autokratie: kaiserliche Schönheit in der christlichen Spätantike” von Prof. Dr. Susanna Elm, University of Berkeley (Kalifornien, USA) behandelt einen der zentralen Texte jener Zeit, der verdeutlicht, wie diese Form der kaiserlichen männlichen Schönheit geschaffen wurde und warum eine solche komplexe Männlichkeit – die sich auch gleichgeschlechtliches erotisches Verlangen zunutze machte – gerade nach Siegen in Bürgerkriegen so nützlich war: Ein "schöner Kaiser" – so die Idee  - schaffe es, verfeindete (christliche) Römer miteinander zu versöhnen.

Susanna Elm hat Geschichte und Klassische Philologie in Berlin und Oxfort studiert und ist seit 2002 “Sidney H. Ehrman Chair und Distinguished University Professor” im Department of History und dem Department of Classics an der University of California, Berkeley. Seit Oktober 2025 wohnt sie (zwischen den Semestern) auch in Benediktbeuern. Sie ist unter anderem Autorin des Buchs “The Importance of Being Gorgeous: Gender and Christian Imperial Rule in late Antiquity” (University of California Press, open access, 2025) und hat mit Kristina Sessa den Sammelband “War and Community in late Antiquity” (Cambridge 2026) herausgegeben.

 

Wann: Mittwoch, 15.04.2026, ab 19.00 Uhr
Wo: Audimax am Campus Benediktbeuern im Nordflügel des Klosters, Don-Bosco-Straße 1, 83671 Benediktbeuern (der Veranstaltungsort ist ausgeschildert). Der Veranstaltungsort ist am Campus ausgeschildert.
Eintritt und Anmeldung: Diese Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.