Ein Hauptvortrag, vier Vortragssessions, eine Posterpräsentation und der persönliche Austausch zeichneten den diesjährigen Dies Academicus mit dem Titel „Der Mensch im Mittelpunkt – Forschung an der KSH München“ aus. Was als Pilot im Jahr 2025 startete, soll künftig fester Bestandteil im Jahreskalender werden.
Die KSH-Präsidentin Prof. Dr. Birgit Schaufler erinnerte in ihrer Begrüßung an die Auftaktveranstaltung zurück und betonte die Fülle an innovativen und zukunftsorientierten Forschungsprojekten, die die KSH München als drittmittelstärkste Hochschule mit SAGE-Profil vorweisen kann. Im Vergleich zum vergangenen Jahr verzeichne sich sogar noch ein weiteres Plus an Forschungsaktivität: Die Zahl der eingereichten Projekte und Poster für den Forschungstag ist gestiegen.
Der KSH-Tag der Forschung ist Bestandteil des Projekts DIAMANT von Prof. Dr. Christoph Ellßel, Inhaber der Schwerpunktprofessur für Gesellschaftliche Transformation und Teilhabe im Lebensverlauf und Alter, und Andrea Glodek. Das Projekt wird durch das Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Neben dem Wissenschaftstransfer zwischen Hochschule und Praxis ist ein Schwerpunkt von DIAMANT die Forschung zu innovativen Konzepten vor Ort. Dazu zählen beispielsweise Formen des sozialen Wohnens und der wohnortnahen Versorgung.
Wie sich (Feld-) Forschung mit dem Handy realisieren lässt, stellte Prof. Dr. Bernd Reuschenbach, Professor für Pflegewissenschaft und Gerontologie, in dem Hauptvortrag mit dem Titel „Von Herbarien zu blühenden Landschaften – Feldforschung mittels Smartphones“ vor. Der KSH-Professor ging inhaltlich auf die erheblichen Verzerrungen ein, die durch herkömmliche Fragebögen – als wichtiges und weit verbreitetes Werkzeug der Sozialwissenschaften – entstehen. Das liegt unter anderem daran, dass zwischen einer Situation und ihrer Erfassung oftmals zu viel Zeit vergeht. Um dies zu vermeiden, gewinnt die unmittelbare und wiederholte Datenerfassung über Smartphones zunehmend an Bedeutung. Im Vortragsverlauf zeigte sich, welche Chancen diese Form der Datenerhebung bietet, welche neuen Erkenntnisse sie ermöglichen kann und welche methodischen und ethischen Herausforderungen damit verbunden sind. Der Hauptredner war in Doppelfunktion vor Ort: Er leitet auch das neu gegründete Promotionszentrum Menschenorientierte Forschung für innovative Versorgung und Teilhabe (MeVuT), das sich mit einem Infostand am Tag der Forschung vorstellte.
Mit zwölf weiteren Vorträgen aus den Themenfeldern „Gesundheitliche Versorgung“, „Menschen am Rand der Gesellschaft“, „Fachkräfte im Fokus“ und „Zukunft von Lehre und Lernen“ wurden den knapp 80 Besucher:innen aktuelle Forschungsthemen der Hochschule gepitcht. Mit der Posteraustellung von Studierenden, Lehrenden und Kooperationspartner:innen endete der KSH-Tag der Forschung. Vor den Plakaten bot sich die Gelegenheit, sich über das Gezeigte oder die zuvor gehörten Vorträge auszutauschen.
„Am KSH-Tag der Forschung zeigten sich wieder eindrücklich die vielfältigen und sich oftmals hervorragend ergänzenden Themenbereiche, die an unserer Hochschule erforscht werden. Dort, wo die einen in der Forschung Antworten geben, stellen die nächsten schon die weiteren Fragen. Dabei verlieren wir nicht die Menschen aus dem Blick“, sagte der Projektleiter Prof. Dr. Christoph Ellßel am Ende der Veranstaltung zufrieden.
Sie haben den KSH-Tag der Forschung verpasst? Alle Projekte werden in einer Tagungsdokumentation zusammengefasst, die in der Schriftreihe „KSH Impuls“ und auf unserer Website unter https://www.ksh-muenchen.de/ksh-impuls demnächst veröffentlicht wird.