Entwicklung von bundesweiten Qualitätskriterien für das hochschulische Praxislernen in der Pflege (QUAHOPP)

Ziel des Projektes QUAHOPP war es, bundeseinheitliche Qualitätskriterien für die praktischen Studienphasen im Pflegestudium zu entwickeln. Die Qualitätskriterien sollen allen Personen, die am Bildungsprozess von Pflegestudierenden beteiligt sind, Anregungen für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung der praktischen Studienphasen geben.

Entwicklung von bundesweiten Qualitaetskriterien fuer das Praxislernen im Pflegedienst
Forschungsgegenstand
Forschungsgegenstand

Bundesweiten Qualitätskriterien für das hochschulische Praxislernen in der Pflege

Durch die Vorgaben des Pflegeberufereformgesetzes verbringen Pflegestudierende einen großen Anteil ihrer Studienzeit in Praxiseinrichtungen. Erfahrungen aus den deutschlandweiten Modellstudiengängen zeigen, dass die Begleitung der Praxisphasen von Studierenden immer dann gelingt, wenn die Bedarfe aller beteiligten Personengruppen berücksichtigt werden können. Ziel des Projekts war, deutschlandweit einheitliche Qualitätskriterien als Vorschlag für die zukünftige Praxisbegleitung und -anleitung Pflegestudierender vorzulegen, die einrichtungs- und trägerübergreifend Gültigkeit besitzen können. Aus diesem Grund ist die Befragung breit angelegt.

Studiendesign
Studiendesign

Datenerhebung unter Fachpersonen

In einem dreiphasigen Prozess auf Grundlage der Delphimethode wurden zunächst in einem offenen Vorgehen Anforderungen für das Praxislernen mittels Online-Erhebung erfasst, die dann in einer zweiten Online-Erhebung hinsichtlich Umsetzbarkeit und Relevanz bewertet wurden.

Diese Personen aus ganz Deutschland konnten teilnehmen:

  • Studierende von Pflegestudiengängen
  • Alumni von grundständigen Pflegestudiengängen
  • Lehrende bzw. Dozentinnen und Dozenten in pflegebezogenen Studiengängen
  • Koordinatorinnen und Koordinatoren von pflegebezogenen Studiengängen
  • Pflegefachpersonen aus Praxiseinrichtungen, die Kolleginnen und Kollegen in der Ausbildung/ im Studium begleiten
  • Leitungspersonen aus Pflegeeinrichtungen (Stationsleitungen, Wohnbereichsleitungen, Pflegedienstleitungen, Pflegedirektoren etc.)

An der ersten Befragung nahmen 396 Personen teil. Die zweite Befragung generierte 585 vollständige Rückmeldungen zu den vorgeschlagenen Kriterien. Neben Vertreter:innen von Hochschulen beteiligten sich Pflegefachpersonen aus der Praxis, wie beispielsweise Praxisanleiter:innen, Pflegedienstleitungen, Wohnbereichs-/ bzw. Stationsleitungen und Praxiskoordinator:innen aus ganz Deutschland. Ergänzend wurde die Perspektive von Studierenden sowie von Absolventinnen und Absolventen von Pflegestudiengängen erfasst.

Zwischen März und Oktober 2019 fanden drei Befragungsrunden statt. Mit Hilfe einer ersten Online-Befragung im März und April 2019 sollten zunächst grobe Kriterienkataloge entstehen, die durch eine zweite Online-Erhebung im Sommer 2019 Konkretisierungen erfuhren. Abschließend fand eine Expertendiskussion zur endgültigen Formulierung statt.

Eine im Anschluss an die Onlinebefragungen durchgeführte Konferenz mit 15 Expertinnen und Experten diente der Präzisierung der Kriterien sowie der weiteren Auswahl und Prioritätensetzung. Die Konferenz ermöglichte im Unterschied zu den Onlinebefragungen einen intensiveren Diskurs der Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Stakeholdergruppen.

Die Dekanekonferenz Pflegewissenschaft hat am 24.11.2016 die Einrichtung einer mit der DGP-Sektion Hochschulische Pflegeausbildung kooperierende Arbeitsgruppe beschlossen. Dieser gehören Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck (Bielefeld), Prof. Dr. Anke Helmbold (Köln), Prof. Dr. Bernd Reuschenbach (München) und Carola Nick (München) an. Ihre Arbeit wurde aus Fördermitteln der Josef und Luise Kraft-Stiftung finanziert.

Output und Ergebnisse
Output und Ergebnisse

Zusammenstellen der Qualitätskriterien

Das Resultat des Projekts besteht aus der Zusammenstellung breit konsentierter Qualitätskriterien für die praktischen Studienphasen der hochschulischen Pflegeausbildung. Sie unterteilen sich in formale, organisatorische, infrastrukturelle und personelle Aspekte.

Die Kriterien beziehen sich auf gängige Einsatzfelder beruflich Pflegender und ergänzen die gesetzlichen Regelungen des PflBRefG. Sie sollen einrichtungsübergreifend und damit unabhängig von Trägerschaft, fachlicher Ausrichtung, Größe oder Ver-sorgungssektor als Orientierungsrahmen dienen. Die Auswahl der Kriterien erfolgte nach deren Relevanz für eine qualitativ hochwertige Bildung in der Praxis unter Zu-rückstellung der unmittelbaren Umsetzbarkeit. Damit hat der Orientierungsrahmen einen visionären Charakter. Er dient als Diskursgrundlage für Hochschulen und Einrichtungen des Gesundheitswesens beim Aufbau und Unterhalt von Kooperationen.

Nachdem bereits das Projektvorhaben in der pflegewissenschaftlichen Zeitschrift Pflege & Gesellschaft beschrieben worden ist, wurde ein Artikel zur Darstellung der Durchführung des Projekts sowie der Ergebnisse bei einer Fachzeitschrift eingereicht. Ergänzend dazu fand im Projektverlauf eine Vielzahl an Präsentationen zur Darstellung und Diskussion von Zwischen- und Endergebnissen auf Kongressen und Veranstaltungen der Dekanekonferenz Pflegewissenschaft sowie der Deutschen Gesellschaft Pflegewissenschaft statt, von denen eine Auswahl auf der Projekthome-Page eingestellt wurde. Die Beantragung eines Folgeprojekts bei der Josef und Luise Kraft-Stiftung zu Evidenzbasierung und Machbarkeit der Kriterien im Bereich der personellen Aspekte ist geplant.

Kontakt
Kontakt

Projektleitung und Mitarbeit

Wissenschaftliche Projektleitung an der KSH München
Prof. Dr. Bernd Reuschenbach
bernd.reuschenbach@ksh-m.de

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin an der KSH München
Carola Nick

Projektbeteiligte
Projektbeteiligte

Beteiligte aus Forschung und Praxis

Hochschule Bielefeld
Prof. Dr. Änne-Dörte Latteck
aenne-doerte.latteck@fh-bielefeld.de

Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW)
Prof. Dr. Anke Helmbold
a.helmbold@katho-nrw.de

Förderer und Projektpartner

Besonderer Dank

Für das Einbringen Ihres Fachwissens danken wir außerdem:

  • Prof. Dr. Annerose Bohrer (Evangelische Hochschule Berlin)
  • Anke Mijatovic (M.A., Katholische Hochschule NRW)
  • Dr. Uli Fischer (Ludwig-Maximilians-Universität München)
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