Im Forschungsprojekt TheraTrain wird untersucht, wie die Heilmittelversorgung durch den gezielten Einsatz von Eigenübungsprogrammen für verordnende Ärzt:innen, therapeutische Leistungserbringer, Patient:innen und Kostenträger wirksam und effizient gestalten werden kann.
Das Zentrum für Forschung und Entwicklung (Z:F:E) ist die erste Anlaufstelle für Interessierte und Partner.
Hintergrund
Eigenübungsprogramme sind ein zentraler Bestandteil der Heilmittelversorgung in der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie. Gemeint sind strukturierte Übungsprogramme, die Patient:innen ergänzend zur Therapie selbstständig durchführen.
Sie können großes Potenzial für den Therapieerfolg haben. Dennoch fehlen bislang eine klare Definition, einheitliche Qualitätskriterien sowie fundiertes Wissen darüber, wie Eigenübungsprogramme sinnvoll verordnet, umgesetzt und wirksam eingesetzt werden können. Genau hier setzt das Forschungsprojekt TheraTrain an.
Projektziele
Ziel von TheraTrain ist es, Eigenübungsprogramme zunächst systematisch zu definieren, wissenschaftlich zu untersuchen und gezielt weiterzuentwickeln, um somit die Heilmittelversorgung langfristig wirksamer und effizienter zu gestalten. Zu Beginn des Projektes wird zunächst die aktuelle Versorgungspraxis und die vorhandene Evidenzlage analysiert. Darüber hinaus wird erforscht, wie Eigenübungsprogramme derzeit eingesetzt werden und welche Erfahrungen Ärzt:innen, Therapeut:innen, Patient:innen sowie Krankenkassen damit machen. Auf dieser Grundlage werden zentrale Voraussetzungen identifiziert, die eine erfolgreiche Umsetzung ermöglichen.
Forschungsmethoden – mit Mixed-Methods zu den Ergebnissen
Das Forschungsprojekt kombiniert verschiedene wissenschaftliche Methoden, darunter Onlinebefragungen, Interviews, Literaturanalysen und Workshops mit Expert:innen und Akteuren aus der Praxis. Aufbauend auf den Ergebnissen entwickelt TheraTrain für den Einsatz von Eigenübungsprogrammen in der Heilmittelversorgung konkrete Werkzeuge: klare Qualitätskriterien, verständliche Handlungsempfehlungen und sogenannte dynamische Behandlungspfade. Diese helfen, Eigenübungsprogramme gezielt, patientenorientiert und bedarfsgerecht in die Behandlung zu integrieren.
Aufbau und Struktur des Forschungsprojekts TheraTrain
Praktische Bedeutung
Von diesem Ansatz profitieren alle Beteiligten: Patient:innen erhalten strukturierte, verständliche und individuell angepasste Übungsprogramme. So können sie aktiv zu ihrer Genesung beitragen und gewinnen mehr Sicherheit und Zufriedenheit im Umgang mit ihrer Behandlung. Gleichzeitig bieten gut konzipierte Eigenübungsprogramme die Möglichkeit, Ressourcen im Gesundheitssystem wirksam und effizient einzusetzen.
Konsortialführung
Katholische Stiftungshochschule München (KSH)
Projektleitung an der KSH
Prof. Dr. Bernd Reuschenbach
Co-Projektleitung an der KSH
Prof. Dr. Hanna Klingshirn
Prof. Dr. Christoph Ellßel
Projektmitarbeit
Viktoria Ludwig
Antonia Hanslik
Konsortialpartner
Universitätsklinikum Erlangen, Allgemeinmedizinisches Institut (UKER)
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement
Kooperationspartner
Bundesarbeitsgemeinschaft der Patient:innenstellen (BAGP)
Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Bayern e.V. (LAGS)
Deutscher Verband Ergotherapie (DVE)
Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK)
Bundesverband für Logopädie (dbl)
BKK Pfalz
Förderung
Innovationsfonds – Gemeinsamer Bundesausschuss
Laufzeit des Projekts
01.04.2026 – 31.03.2029