„Zwischen Theorie und Praxis: Soziale und gesundheitliche Bildung im dualen Studium zukunftsfähig gestalten!“ – so lautete der Titel des ersten DualForums Soziales & Gesundheit, das vom Netzwerk hochschule dual und vier bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften im Oktober an der KSH München veranstaltet wurde. Die Vertreter:innen aus Hochschulen und Praxis diskutierten bei dem Fachforum Herausforderungen, tauschten sich über Best Practices aus und entwickelten Ideen für die Zukunft des dualen Studienmodells.
Eine digitale Wort-Wolke zog beim DualForum Soziales & Gesundheit im Ellen-Ammann-Seminarhaus auf. Die Teilnehmer:innen des thematischen Fachforums konnten via Smartphone ihre Assoziationen zum dualen Studienmodell teilen. Aus den Antworten generierte sich an der Leinwand eine Wolke, in der Worte wie Theorie-Praxis-Transfer, Praxisbezug, Praxiserfahrung, Engagement und Vielfalt zu lesen waren. Und damit war die digitale Wolkenformation bereits eine Vorbotin für das abwechslungsreiche Programm des Fachforums, das von Impuls und Podiumsdiskussion bis Workshops und WorldCafé reichte. Seit 20 Jahren steht hochschule dual für die enge Verzahnung von akademischer Ausbildung und beruflicher Praxis in Bayern. Als bundesweit erstes Dachangebot für duale Studiengänge hat es sich zu einem starken Netzwerk entwickelt, das Hochschulen, Unternehmen und Studierende erfolgreich miteinander verbindet. Das Netzwerk wurde im Jahr 2006 als gemeinsame Initiative der staatlichen Hochschulen für angewandte Wissenschaften gegründet und ist seit 2021 im Geschäftsbereich „Praxis und Transfer“ des BayZiel – Bayerisches Zentrum für Innovative Lehre angesiedelt. Im Jubiläumsjahr 2026 lenkt hochschule dual den Fokus auf die Zukunft: In insgesamt acht DualForen werden gemeinsam mit den bayerischen Hochschulen aktuelle Herausforderungen, Perspektiven und Impulse für das duale Studium diskutiert. Unter den acht Veranstaltungen war auch das DualForum Soziales & Gesundheit, das gemeinsam von der EVHN, der Hochschule München, der OTH Regensburg und der KSH München organisiert wurde.
„Das duale Studium hat an der KSH München einen hohen Stellenwert, der sich auch mit den offiziellen Statistiken belegen lässt“, sagte die KSH-Präsidentin Prof. Dr. Birgit Schaufler in ihrer Eröffnungsrede auf dem DualForum Soziales & Gesundheit. „16,6 Prozent der KSH-Studierenden, also fast jede:r Fünfte, belegen bei uns ein duales Studienformat. Damit liegen wir deutlich über dem bayerischen Durchschnitt, der bei der letzten Erhebung im Jahr 2025 bei rund 7,7 Prozent lag.“ Aber nicht nur diese Quote, sondern auch die inhaltliche Ausrichtung als Profilhochschule mit Schwerpunkt auf Soziale Arbeit, Gesundheit, Bildung und Erziehung ist per se ein Grund für den starken Praxisbezug und folglich auch für den Erfolg des dualen Studienformats an der KSH München mit verantwortlich. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von hochschule dual skizzierte die KSH-Präsidentin drei Perspektiven auf das duale Studienformat und wagte einen Blick in die nächsten Jahre.
Nach dem Impuls der KSH-Präsidentin folgte die zweite Rednerin des Fachforums: Tina Voggenreiter, die den Bereich hochschule dual am BayZiel leitet und an der KSH München Soziale Arbeit studierte. „Wir von hochschule dual verstehen uns als Servicestelle für Studierende, Hochschulen und Praxispartner und wollen Brücken zwischen Theorie und Praxis bauen“, betonte die Bereichsleitung und KSH-Alumna. „Wir sind heute zusammengekommen, um das duale Studium noch ein Stückchen besser zu machen“, sagte Tina Voggenreiter weiter. Unter den zahlreichen Teilnehmenden waren auch Prof. Dr. Marco Winzker, Geschäftsführer und wissenschaftliche Gesamtleitung am BayZiel, und Agnes Arnold, Ressort Personal bei der Erzdiözese München und Freising.
In dem Podiumsformat „Spotlights: Duales Studium im Bereich Soziales und Gesundheit aus Sicht aller Anspruchsgruppen – eine 360 Grad Perspektive“ waren Vertreter:innen aller vier Hochschulen beteiligt und teilten die Sichtweisen und Erfahrungen von Studierenden, Hochschulen und Praxis. Es diskutierten Isabella Thordsen (Advanced Practice Nurse und Alumna der Hochschule München), Prof. Dr. Hermann Sollfrank (Caritasdirektor, Vorstandsvorsitzende des Caritasverbands der Erzdiözese München und Freising, ehemaliger KSH-Präsident und langjähriges Mitglied der Hochschulleitung an der KSH München), Prof. Dr. Martin Nugel (Studiengangsleiter Soziale Arbeit dual an der EVHN) und die Dual-Studierenden Joshua David Roland und Jeremias Herbst (beide OTH Regensburg). Veronika Riedl, Referentin für das duale Studium bei hochschule dual am BayZiel, moderierte die Podiumsdiskussion und führte durch das Fachforum.
Nachdem alle Perspektiven auf das duale Studium eröffnet und dank der heterogenen Gesprächspartner:innen eine Rundumschau ermöglicht wurde, konnten sich die Teilnehmer:innen im WorldCafé zu den Themen Theorie-Praxis-Transfer, Best Practices, Zusammenarbeit Hochschule und Praxis sowie Berufseinmündung austauschen. Zeitgleich fanden zwei Workshops mit den Titeln „Durch qualitative PraxisANleitungen einen Mehrwert schaffen!“ und „Wie wird die PraxisBEgleitung zum effektiven Steuerungselement?“ statt. Anschließend wurde es – wie bereits zu Beginn des DualForums mit der Wort-Wolke – nochmals visuell: Die EVHN-Studentin Antonia Täuber übernahm ein sogenanntes Visual Recording. Dazu hielt sie die Ergebnisse in Skizzen, die sie live auf der Veranstaltung anfertigte, fest. Die Zeichnungen waren die Grundlage für die kurze Ergebnispräsentation der WorldCafé- und Workshop-Leiter:innen am Ende der Veranstaltung. In der Schlussrunde war immer wieder ein Wunsch zu vernehmen: Viele der Teilnehmenden sprachen sich für eine Wiederholung des Formats aus, das im Jubiläumsjahr 2026 erstmals in dieser Zusammensetzung und Ausrichtung stattfand.
Ein herzliches Dankeschön gilt dem gesamten Team von hochschule dual am BayZiel und den hochschulübergreifenden Organisator:innen Jonas Wittmann (EVHN), Prof. Dr. Ayse Cicek (Hochschule München), Sandra Schwarz (OTH Regensburg), Diana Haberl und Dr. Marion Peckmann (beide KSH München).
Bildquelle: KSH München/ Jens Bruchhaus