Die Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen ändern sich in hohem Tempo. Ihr Aufwachsen und die äußeren Bedingungen wandeln sich beständig: digitale Einflüsse, Migration und Mehrsprachigkeit sind dabei wichtige Faktoren. Im Forschungsschwerpunkt Kindheits- und Jugendforschung – interdisziplinäre Zugänge behandeln wir diese komplexen Themen. Wir setzen auf interdisziplinären Austausch, vernetzen uns in die Forschung und Praxis der Kinder- und Jugendpädagogik – und nehmen Fragen des Heranwachsens in digitalen Welten und der Medienpädagogik in den Blick.
Unser Ziel ist es, Lehre und Ausbildung in diesem Bereich auf wissenschaftlicher Grundlage weiterzuentwickeln und nachhaltig zu professionalisieren.
Forschungsschwerpunkte in der Forschungslandkarte der Hochschulrektorenkonferenz sind sichtbar gewordene Themenschwerpunkte unserer Forschung – hier finden sich Forschende zu einem Feld zusammen, das interdisziplinär und innovativ in einem bestimmten Bereich forscht und wirkt. Für den Ausweis eines Forschungsschwerpunkts sind eine bestimmte Anzahl von Forschenden, nennenswerte Drittmittel sowie eine sichtbare Menge an einschlägigen Publikationen vorzuweisen.
Ein besonderer Fokus unseres Forschungsschwerpunkts liegt auf der Entwicklung innovativer Methoden und Konzepte zur Förderung von Kindern und Jugendlichen in einer sich rasant verändernden Welt. Dabei berücksichtigen wir aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie Digitalisierung, Inklusion und kulturelle Vielfalt. Unsere Forschungsprojekte zielen darauf ab, Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen, ihre Medienkompetenz zu stärken und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um selbstbestimmt und verantwortungsvoll in einer zunehmend komplexen Welt zu agieren.
Der besondere Schwerpunkt der interdisziplinären Zugänge im Forschungsschwerpunkt Kindheits- und Jugendforschung wird in der thematischen Breite der Expert:innen verschiedener Fachbereiche sichtbar, darunter Pädagogik, Psychologie, Soziologie und Kunst- bzw. Medienwissenschaften. Diese Vielfalt ermöglicht es uns, komplexe Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und ganzheitliche Lösungsansätze zu entwickeln. Durch die enge Zusammenarbeit mit Praxispartnern wie Kindertagesstätten, Schulen und (kommunalen) Jugendeinrichtungen stellen wir sicher, dass unsere Forschungsergebnisse sowohl in die Praxis als auch in die Lehre einfließen.
Fachgebiet(e): Geisteswissenschaften; Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Schlüsselbegriff(e): Kindheit; Pädagogik; Qualitätsentwicklung; Digitalisierung; Medien; Professionalisierung; Bildung; Erziehung
Die Professionalisierung des Fachpersonals in der Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen wird aktuell viel diskutiert. Wir setzen uns für ein Qualitätsmanagement und die Möglichkeit der Akademisierung in diesem Bereich ein. Unsere Arbeitsgruppen forschen an den nötigen Bedingungen dafür, an der Ausgestaltung von Maßnahmen und den Effekten, die durch sie erzielt werden. Wissenschaftlich fundierte Führungsmethoden sind ein weiteres Thema, das wir behandeln.
Wir fokussieren uns dabei besonders auf:
Ein Beispiel für Professionalisierungsforschung und Qualitätsentwicklung ist das Bundesprogramm „ProKindertagespflege: Wo Bildung für die Kleinsten beginnt.“ Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) förderte im Zeitraum von Januar 2019 bis Dezember 2022 deutschlandweit 48 Modellstandorte, um die Betreuungsform Kindertagespflege zu stärken. Die KSH München hat das Projekt unter Prof. Gabriel Schoyerer wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Es ging darum zu klären, welche Maßnahmen effektiv sind, um die Qualität und Rahmenbedingungen in der öffentlich geförderten Kindertagespflege zu stärken und zu verbessern.
Viele Menschen sprechen heute mehrere Sprachen oder machen in ihrer Herkunftsfamilie andere kulturelle Erfahrungen als am Arbeitsplatz oder in der pädagogischen Einrichtung. In der Betreuung, Erziehung und Bildung eröffnen sich dadurch viele Möglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. An der KSH München forschen wir zur Kinderbetreuung im internationalen Kontext, zum Einsatz von Fachkräften mit Migrationshintergrund und zur Bedeutung von Fremdsprachen in diesem Bereich. So wollen wir hier langfristig die Qualität fördern und weiterentwickeln.
Wir profitieren in unserer Forschung von der schnellen Anwendung und Rückkopplung durch die Praxis. Die so gewonnenen Erkenntnisse können wir dank unserer engen Verzahnung mit der Lehre direkt auf die Ausbildung transferieren. Studierende der kindheitspädagogischen Studiengänge haben die Möglichkeit, erworbenes Wissen schnell auszuprobieren. Gleichzeitig erhalten wir darüber ein Feedback, das direkt in unsere Forschungsprojekte fließt.
Das Zentrum für Forschung und Entwicklung (Z:F:E) stellt die Rahmenbedingungen für Forschung an der KSH und unterstützt Projekte von der Idee bis zur Publikation. Es verbindet gute wissenschaftliche Praxis und hohe Qualitätsstandards. Das garantiert praxisnahe Forschungsprojekte auf höchstem Niveau und ermöglicht auch, Studierende in verschiedene Forschungsprojekte frühzeitig zu integrieren.