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Katholische Stiftungshochschule München

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Das Verbundprojekt „Neue Wege in der Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung wohnungsloser Menschen“

Projekthintergrund

Wohnungslosigkeit stellt in München und den umliegenden Landkreisen eines der zentralen sozialen Probleme dar. So waren im Jahr 2018 9.900 Menschen wohnungslos, davon 1.700 Kinder. Neben fehlendem Wohnraum, Arbeitslosigkeit und Straffälligkeit sind psychische und somatische Erkrankungen zusätzliche Determinanten für Wohnungslosigkeit. Die vielfältigen gesundheitlichen Einschränkungen und die Multidisziplinarität des Versorgungs- und Hilfssystems stellen eine große Herausforderung für die Umsetzung der gesundheitlichen Versorgung und Gesundheitsförderung wohnungsloser Menschen dar. Die Zielsetzung des Verbundprojekts des Katholischen Männerfürsorgevereins e. V. und der Katholischen Stiftungshochschule München ist es, Versorgungsdefizite von wohnungslosen Menschen hinsichtlich ihrer medizinischen, pflegerischen, psychiatrischen und psychosozialen Versorgung zu erheben, Verbesserungsmöglichkeiten und deren Umsetzung anhand von Qualitätsindikatoren aufzudecken und neue Versorgungskonzepte zu entwickeln und erproben.

Einschätzung der Versorgungssituation in München

In einer ersten qualitativen Erhebung mit insgesamt 10 Vertreterinnen und Vertretern der Bezirks- und Kommunalverwaltung, der freien Träger und Initiativen und der Koordinationsstellen in Bayern zeigt sich für die Stadt München, dass sich die Gruppe der wohnungslosen Menschen aus einem heterogenen Personenkreis mit unterschiedlichen Versorgungsbedarf zusammensetzt. Obwohl die Versorgungssituation und das Versorgungssystem insgesamt als gut eingeschätzt werden, bestehen Probleme in der medizinischen, pflegerischen und psychiatrischen Versorgung, der Bereitstellung von bezahlbarem und geeignetem Wohnraum und bei den Übergängen von Systemen und an Schnittstellen.

 

> Die gesamten Ergebnisse sind in der Projekt-Präsentation abgebildet.

Thematische Ansätze des Projekts

In den Arbeitsgruppen „Sozialpädagogische Versorgung“, „Medizinisch/pflegerische Versorgung“, „Steuerung und Strukturierung der Hilfen“ und „weitere Themen“ wurden in der Auftaktveranstaltung am 26.09.2019 Fragestellungen zu Verbesserungsbedarfen, geeigneten Maßnahmen und Anregungen für das Projekt bearbeitet. Die Schwerpunkte der Arbeitsgruppen lagen auf der medizinisch/pflegerischen Versorgung, der Gewährung spezifischer Hilfeangebote, der Verhinderung von unvorbereiteten Entlassungen wohnungsloser Menschen aus Krankenhäusern und auf der nachhaltigen Versorgung.

 

Als projektrelevante Themen konkretisierten sich daraus:

  • Die Erhebung von Daten zu Pflegebedarfen, medizinischer Versorgung, Mortalitäten und Entlassungen wohnungsloser Menschen aus dem Krankenhaus.
  • Das Verfolgen von Ansätzen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung und Gesundheitsförderung, wie z. B.:
    - die Vernetzung von Arztpraxen,
    - das Einrichten einer Clearingstelle zur Erhebung des persönlichen medizinischen Bedarfs,
    - die Erprobung gesundheitsfördernder Konzepte.
  • Die Verbesserung des Zugangs zu niedrigschwelliger psychiatrischer Versorgung.
  • Die Verbesserung der ambulanten und stationären Versorgung für pflegebedürftige wohnungslose Menschen.

Vor diesem Hintergrund sind für das Projekt 3 Handlungsbereiche definiert:

  • Versorgungsforschung: Darstellung von Schnittstellenproblemen in der Gesundheitsversorgung
  • Versorgungskonzepte und -Modelle: Aufdeckung von Verbesserungsmöglichkeiten und Entwicklung theoriegeleiteter und nutzenorientierter Versorgungsmodelle; Entwicklung und Erprobung neuer Versorgungskonzepte und Versorgungsformen
  • Qualifizierung: Entwicklung und Erprobung von Pilotvorhaben im Bereich der Fort- und Weiterbildung des Fachpersonals; praxisnahes Studium


Zu untersuchende Versorgungsbereiche


medizinisch-pflegerisch


psychiatrisch

       
psychosozial

Methodische Vorgehensweise

Die Erforschung der oben genannten Felder erfolgt auf unterschiedlichen methodischen Zugangswegen. Hierzu zählen die Analyse von Literatur und Dokumenten, die Auswertung sekundärstatistischer Daten, sowie die qualitative und quantitative Datenerhebung zur Gesundheitssituation und Gesundheitsversorgung wohnungsloser Menschen.

Wissenschaftliche Gesamtleitung an der KSH München
Prof. Dr. Peter Lenninger
Projektleitung
Dr. Gerd Reifferscheid
Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin an der KSH München
Vera Richter (M.Sc.)

Das Projekt „Neue Wege in der Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung wohnungsloser Menschen“ ist ein Verbundprojekt des Katholischen Männerfürsorgevereins e. V. und der Katholischen Stiftungshochschule München. Die Finanzierung erfolgt durch die Erzdiözese München und Freising.